
3D-Videos, Monitore und Beamer
Vergrößern LED und 3D sorgen seit einiger Zeit für Gesprächsstoff – und für neue Produkte. Während Leuchtdioden in Monitoren eine knackscharfe und kontrastreiche Darstellung fördern, verhelfen sie Beamern zu einem extrem kleinen Volumen und beachtlichen Leuchtstärken. Stereo für die Augen verspricht die 3D-Sonderschau in Halle 16.

Für das vieldiskutierte Thema 3D hat die Messegesellschaft auf der CeBIT eine eigene Sonderschau eingerichtet: In Halle 16 präsentieren diverse Hersteller unter dem Motto „Next level 3D“ ihre stereoskopischen Produkte für Wohnzimmer und Büro, im 3D-Kino erhalten die Besucher bebrillten Einblick in Software-Lösungen für die dritte Dimension.
Einige Firmen zeigen auch brillenlose, autostereoskopische Displays mit Linsenraster oder Streifenmasken. Die Technik funktioniert ähnlich wie die „Wackelbilder“, die Schokoriegelverpackungen und zur letzten Bundestagswahl auch das „Spiegel“-Cover zierten. Bislang haben sich 3D-Displays mit dieser Technik allerdings nicht besonders durchsetzen können. Man sieht hier Doppelbilder, wenn man nicht genau im passenden Winkel auf den Schirm schaut; außerdem reduziert sich die reale Auflösung. Zumindest das erste Problem will die Singapurer Firma Sunny Ocean Studios – gegründet von dem deutschen 3D-Entwickler Armin Grasnick – inzwischen gelöst haben: Am Singapur-Gemeinschaftsstand zeigt die Firma einen 27-Zoll-Monitor, der 64 Perspektiven bieten soll.
Next level 3D
Einen anderen Ansatz verfolgt die Hamburger Firma SeeFront am 3D-Gemeinschaftsstand. Ihre autostereoskopischen Displays nutzen Eye-Tracking-Technik und passen das fürs rechte und linke Auge
vorgesehene Bild entsprechend dem Sichtwinkel und Betrachtungsabstand an. Nachteil: Nur eine einzelne Person kann räumliche Bilder sehen.
Ebenfalls auf der Sonderschau „Next level 3D“ vertreten sind Nvidia, ACL, VisuMotion, Jinling, Bitmanagement Software, Storz, Schneider Digital sowie Fujifilm. Die Carl Zeiss AG zeigt eine verbesserte Version ihrer Cinemizer-Videobrille, deren 3D-Funktion mit Ausschnitten aus „Avatar“ vorgeführt wird. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut will im „Next Level 3D“-Areal autostereoskopische Displays zeigen. Die HHI-Wissenschaftler haben zudem in Halle 9 im Rahmen des Forschungsprojekts PRIME (Produktions- und Projektionstechniken für Immersive Medien) ein 3D-Fernsehstudio aufgebaut.
3D in schick: Acers 120-Hz-Monitor bringt es auf eine Diagonale von 23,6 Zoll und Full-HD-Auflösung. Vergrößern Auch bei den Monitorherstellern stehen die Zeichen auf 3D: Acer stellt im Planet Reseller seinen 3D-Monitor GD245HQ vor. Der 23,6-Zöller mit Full-HD-Auflösung (1920 × 1080, 16:9) setzt für den 3D-Effekt auf eine Bildwiederholrate von 120 Hz und die 3D-Vision-Shutterbrille von Nvidia. In Zusammenarbeit mit dem Grafikkartenhersteller zeigt Acer zudem einen 3D-Aufbau, der ein Raumgefühl ähnlich wie im Imax-Kino erzeugen soll: Bei dem vom Hersteller getauften „3D Surround“ sitzt der Anwender vor drei im Halbkreis angeordneten 3D-Monitoren.
Am Stand von LG können Fachbesucher den 120-Hz-Monitor W2363D begutachten. Dieser fällt mit 23 Zoll nur wenig kleiner aus als der Acer-Schirm, sein TN-Panel zeigt die für 16:9-Monitore üblichen 1920 × 1080 Bildpunkte. Mit DVI- und zwei HDMI-Buchsen sind gleich drei Digitaleingänge an Bord, obendrein gibt es integrierte Lautsprecher und das Ganze im schicken Gehäuse.
Monitor-TV-Kombis
Der 27-zöllige Asus 27T1E wartet mit 7-Watt-Lautsprechern und einem Tuner für analoges Kabelfernsehen sowie terrestrisches Digital-TV (DVB-T) auf. Zudem hat der Hersteller mit Sub-D-, zwei HDMI-, S-Video-, Composite-, Komponenten- und zwei Scart-Buchsen praktisch alle wünschenswerten analogen und digitalen Eingänge eingebaut. Das kleinere Schwestermodel 24T1E haben wir in c’t 2/10 getestet.
LGs 23"-Monitor zeigt 3D-Inhalte an und sorgt auch gleich für die Beschallung. Vergrößern Acer wagt mit gleich drei Geräten erstmals den Vorstoß in das Monitor-TV-Segment. Die 16:9-Displays gibt es mit Diagonalen von 19, 20 und 23 Zoll. Ihre Hybrid-Tuner verstehen sich auf den Empfang von analogen und digitalen Fernsehsignalen (Kabel und DVB-T).
Bei AOCs Monitor-TVs mit Diagonalen von 21,5 und 23,6 Zoll gehören eingebaute Tuner, Lautsprecher und eine Fernbedienung genauso zur Standardausstattung wie die Full-HD-Auflösung. Die Schirme nutzen Leuchtdioden statt CCFL-Röhren für die Hintergrundbeleuchtung.
Zum Anfassen
Der 21,5"-Touchscreen-Monitor e2239Fwt von AOC fällt eher in die Kategorie „durchdachtes Arbeitsgerät“: Der Schirm ist für Notebook-Besitzer gedacht, die zu Hause an einem größeren Monitor arbeiten möchten. Der e2239Fwt steht auf seitlich angebrachten Füßen, wodurch genug Platz bleibt, um ein weit aufgeklapptes Notebookdisplay unter den e2239Fwt zu schieben. So kann man die große Monitorfläche als Desktop nutzen und dabei trotzdem mit Trackpad und Tastatur des Notebooks arbeiten. Das Besondere: Dank eingebautem Multi-Touch lässt sich Windows 7 ohne spezielle Treiber durch Berührungen und Zwei-Finger-Gesten auf der Monitorfläche bedienen.
Das Display verschwindet unter AOCs Touch-Monitor, die Notebook-Tastatur bleibt weiter zugänglich. Vergrößern Eine weitere Chance, Hand an einen Touchscreen-Monitor zu legen und die Gestensteuerung von Windows 7 auszuprobieren, bietet sich am Stand von Acer, wo der in c’t 25/09 getestete T230H vorgeführt wird. Außerdem zeigt Acer einen 24"-Bildschirm mit integriertem Prozessor und eigenem WLAN-Empfang: Der D241 soll sich als Streaming-Client für Videos und Musik, als Mediaplayer und auch zum Mailen eignen.
Oh-LEDs
Während die LCD-Technik klar die Szene beherrscht, siehts bei den OLEDs noch mau aus. Die organischen Displays werden in Smartphones genutzt oder als Anzeige für mobile Medienplayer. Mit einem neuen Gerät jenseits von 10 Zoll wird es in diesem Jahr aber wohl nichts werden. Den Verkauf des 11-zölligen OLED-Fernseher XEL-1, der es vor zweieinhalb Jahren zu einiger Berühmtheit gebracht hat, will Sony zumindest in Japan einstellen. Zugleich beteuerte das Unternehmen, man wolle die OLED-Entwicklung keinesfalls aufgeben.
Samsung wollte in diesem Jahr einen 13-zölligen Fernseher mit OLED-Schirm anbieten – und eigentlich auch ein 40-Zoll-Modell. Aktuell glänzt der große koreanische Displayhersteller stattdessen mit 3,3-zölligen OLEDs für Smartphones. Größere Schirme zeigte Samsung bislang nur als Prototyp auf Messen – der CeBIT bleibt der koreanische Hersteller diesmal fern. LG hatte zunächst für 2008, dann für 2011 ein 32-zölliges OLED-TV angekündigt, den Starttermin für das große OLED inzwischen aber auf „nicht vor 2012“ verschoben. Mit zur aktuellen LCD-Technik konkurrenzfähigen Preisen rechnet LG frühestens 2016.
Statt auf die organische setzen LG, Samsung, Sony & Co bei den großen (Fernseh-) Displays aktuell lieber auf die anorganische LED-Technik und auf 3D. Die Leuchtdioden bringen in Sachen Schirmdicke für jeden sichtbare Vorteile, sorgen zugleich für eine schärfere Bewegtbildwiedergabe (200-Hz-Technik) und eine Shutterbrille verwandelt die Geräte in 3D-TVs. Das alles lässt sich deutlich einfacher und kostengünstiger realisieren als ein großes organisches Display.
Asus legt noch ein paar Zoll drauf und stellt mit dem PG276H ein 3D-fähiges Display mit 68 cm Diagonale (27") und 120-Hz-Panel vor. Seine große Schirmfläche empfiehlt den Monitor schon fast als TV-Ersatz. Das bestätigen auch die Ports im Displayrücken: Neben HDMI- und DVI-Eingängen findet sich ein Komponenteneingang, der analoge SD- und HD-Videos entgegennimmt.
Kleine Bildwerfer
Bei Projektoren heißt die Devise auf der CeBIT: Entweder klein oder 3D. In Sachen LED-Minibeamer fährt Aiptek wohl die größte Auswahl auf. Drei verschiedene Modelle sind in Hannover zu sehen – alle projizieren mit einer Auflösung von 640 × 480 Bildpunkten.
Der handliche LED-Präsentationsprojektor HX300 von LG soll einen Lichtstrom von 300 Lumen erreichen. Vergrößern Der Kleinste im Bunde ist der PocketCinema T30. Der etwa 12 Zentimeter lange und 146 Gramm leichte Handbeamer nimmt Bild und Ton über seinen AV-Klinkenanschluss entgegen. Mit Strom wird er entweder über ein mitgeliefertes Netzteil oder den integrierten 1700-mAh-Li-Ion-Akku versorgt. Der Minibeamer kostet 300 Euro.
Der PocketCinema V20 hat ähnliche Abmessungen wie der T30. Er bietet zusätzlich zum AV- einen VGA-Anschluss für PC-Grafikkarten und hat einen Medienplayer eingebaut. Dieser kann auf SD(HC)- und MMC-Karten und auf den 2-GByte großen internen Speicher zugreifen. Auch der V20 kommt mit Netzteil und 1700-mAh-Akku und ist nach der CeBIT für 350 Euro erhältlich. T30 und V20 erreichen im Netzbetrieb einen Lichtstrom von 15 Lumen und damit etwa 5 Lumen mehr als die Vorgängergeneration. Im Akkubetrieb verringert sich der Lichtstrom laut Aiptek etwas. 15 Lumen reichen bei normaler Bürobeleuchtung für eine etwa Din-A3-große Projektion. In dunklen Räumen sehen auch Bildbreiten von über einem Meter noch ordentlich aus.
Der dritte Aiptek-Beamer erinnert eher an einen Ghettoblaster – eigentlich ist es sogar einer, nur produziert der MobileCinema D25 außer Ton auch ein Bild und soll dabei einen Lichtstrom von 20 Lumen erreichen. Aiptek hat dem Projektor einen DVD-/CD-Player und ein FM-Radio sowie einen DVB-T-Empfänger spendiert. Videos (MPEG-1, -2, -4) und Musik spielt der D25 zudem von USB-Stick oder SD/MMC-Karte ab. Für den Ton sorgt ein 2×4-Watt-Soundsystem – satte Bässe darf man also eher nicht erwarten. Der D25 ist ab sofort für 350 Euro zu haben; die abgespeckte Version D20 ohne TV-Tuner kostet 330 Euro.
Aipteks Ghetto-Beamer kann Musik und Videos von USB-Stick, Speicherkarten und DVD/CD abspielen und DVB-T empfangen. Vergrößern Ebenfalls mit LED-Licht projiziert der HX300 von LG – er soll amtliche 300 Lumen erreichen und passt trotzdem noch so gerade in die Jackentasche. Der helle Beamer wiegt ein Kilo und projiziert in XGA-Auflösung (1024 x 768 Pixel). Neben einer analogen und einer digitalen Grafikkartenschnittstelle (Sub-D, HDMI) besitzt der HX300 einen USB-Anschluss. Damit lassen sich Videos und Fotos von USB-Sticks oder -Festplatten abspielen, PowerPoint-Präsentationen und Excel-Tabellen kann der Beamer ebenfalls ohne angeschlossenes Notebook wiedergeben. LG nennt für die LED-Lichtquelle eine Lebensdauer von 30.000 Stunden.
Acers H5360 nutzt statt LEDs eine konventionelle Hochdrucklampe, projiziert dafür aber räumliche Bilder. Der kompakte Projektor wirft Bilder in 720p-Auflösung (1280 × 720 Pixel) an die Wand und arbeitet außer mit der 3D-Vision-Shutterbrille von Nvidia auch mit DLP-Link-Brillen (zum Beispiel X102 von Xpand) zusammen. Der H5360 bietet auch im (2D-)Blu-ray-Filmabend ordentlich Bildqualität – wenngleich er High-End-Heimkino-Enthusiasten kaum überzeugen wird. Dafür kostet er nur 600 Euro. Wir haben das Gerät in Ausgabe 5/2010 getestet.